FreiHand

Tomatensauce im Glas

Dass wir heuer eine dermaßen reiche Tomatenernte hatten, verdanken wir meinem Mann. Er kümmerte sich regelmäßig um die Pflanzen, goss, schnitt und band sie hoch. Den ganzen August über ernteten wir die ursprünglich aus Mittelamerika kommende Frucht, die die Maya in der Zeit von 200 v. Chr. und 800 n. Chr. erstmals kultiviert und „Xitomatl“ – Nabel des dicken Wassers – nannten.

Wochenlang begleiteten uns die schmackhaften Tomaten als Salat, Caprese oder einfach als gesunder Happen für Zwischendurch. Als in letzter Zeit das Wetter zunehmend kühler und regnerischer wurde, ernteten wir die verbliebenen Früchte, um sie für den Winter haltbar zu machen.

Da das Vertrauen in die Energieversorgung in der Gesellschaft zunehmend schwindet und die Nachrichten über einen drohenden Blackout nicht abreißen wollen, tendiere ich aktuell eher wieder zu Varianten des Haltbarmachens von Lebensmitteln, die in der Lagerung stromunabhängig sind. Zurück zu den Ursprüngen also!

Einmachgläser habe ich wirklich noch viele im Keller. Als wir vor ca. 15 Jahren – kurz vor der Geburt unseres ersten Kindes – einen großen Gefrierschrank angeschafft hatten, kochte ich kaum mehr ein. Somit waren die Gläser jahrelang nicht in Verwendung und verstaubten mehr und mehr. In einem ersten Schritt hieß es also, diese überhaupt wieder einsatzbereit zu bekommen. Die alten Gummidichtungen ersetzte ich durch neue und kochte diese ab.

Die Einmachgläser selbst wurde akribisch sauber und sehr, sehr heiß gewaschen.

Für die Tomatensauce selber benötigte ich zusätzlich nur Zwiebel, Knoblauch, Basilikum und wilden Oregano aus dem eigenen Garten.

Bei der Auswahl der Tomaten war ich wirklich wählerisch und verwendete nur absolut einwandfreie Früchte zum Einkochen. Jene, die oberflächlich schon Risse oder Flecken hatten, wurden aussortiert, natürlich aber nicht verworfen, sondern ggf. ausgeschnitten und einfach gejausnet.

Da ich die Tomaten nicht blanchieren und schälen, sondern die Früchte samt Schale verwenden wollte, war die Sauce ruckzuck fertig.

Nach dem Pürieren füllte ich die Tomatensauce in die vorbereiteten Gläser und verschloss sie fest.

Jetzt ging es erst ans Einkochen. Einen Einkochautomaten besitzen wir nicht, allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ich damit schon ein wenig liebäugle. Denn ehrlich gesagt läuft der Backofen natürlich stundenlang, wenn in das Wasserbad nur drei Gläser passen. Ich persönlich verwende dafür kein Backblech, sondern meinen geliebten Bräter. Hier kann ich nämlich vergleichsweise viel – gute 4 cm -Wasser einfüllen. Eingeschoben werden dann die Gläser auf der untersten Schiene, wo sie bei 180 °C für anderthalb Stunden verbleiben (manche kochen auch kürzer ein, eine Stunde ist für mich persönlich die unterste Grenze).

Liest man sich in das Thema „Einkochen im Backofen“ ein wenig ein oder sieht sich das eine oder andere Video dazu an, so ist fast immer davon die Rede, dass das Einkochgut DANN fertig ist, wenn Bläschen beginnen aufzusteigen. Für all jene, die sich auch einmal ans Einkochen wagen wollen: Lasst euch nicht durch fehlende Bläschen verunsichern! Erst durch den Unterdruck, der beim Abkühlen entsteht, fing bei mir das Blubbern an, also nach der Herausnahme aus dem Backofen. Solange die Gläser bei mir im Rohr waren, blubberte überhaupt nichts.

Voilà! Tomatensauce à la Uroma! Übrigens: Bei uns wird diese Sauce lieber zu Reis gegessen als zu Nudeln! Mahlzeit!

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