FreiGepäck

Reisen & Urlaub, Veranstaltungen & Kultur

  • FreiGepäck

    KÄRNTEN – Katschberger Adventweg

    Wer die Vorweihnachtszeit gerne besinnlich und ohne Hektik, aber dennoch in Gesellschaft verbringen möchte, hat es ganz schön schwer. Die kommerzielle Vermarktung des schönsten Festes im Jahr hat das Erscheinungsbild vieler Kärntner Städte und Dörfer nach wie vor fest im Griff. Übergroße Weihnachtsmannpullis aus 100 % Polyester, Bratwurst-Christbaumkugeln und Rentier-Pups-Marshmallows sind auch hierzulande nichts Ungewöhnliches – je urbaner das Umfeld, umso größer das Angebot an derlei Kitsch. Überteuerte Weihnachts-Zimt-Zuckerwatte in Regenbogenfarben und wenig aromatischer, mit zu viel Zitronensäure versetzter Punsch aus dem Tetrapack runden das Drama und füllen den Besucher erfolgreich ab. Aber: Menschen sind ja lernfähig. Und so nehmen wir wohlwollend wahr, dass seit einigen Jahren eine Rückbesinnung auf…

  • FreiBrief,  FreiGeist,  FreiGepäck

    So ein Weich erkennt man gleich

    Europa. Sinnbild des Guten. Repräsentant des modernen Westens. Der Kontinent der unbegrenzten Möglichkeiten. Geburtsstätte der Dichter und Denker. Nach Jahren der Entbehrung, des Mangels und des Verlusts in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts stiegen Handel und Industrie Europas – händchenhaltend mit Uncle Sam – in ungeahnte Höhen auf, erkannten die Zeichen der Zeit, weckten und deckten Bedarf und Bedürfnis. Produkte, für die es keine Nachfrage gab, wurden schlicht so in Szene gesetzt, dass der Konsument gar nicht anders konnte, als sie zu begehren – mit freundlicher Unterstützung der ambitionierten Marketingabteilung, die selbst „Daumen-Erweiterungen für immer größer werdende Smartphones“ und „Smart Waste Kitchen Composter“ zu vermarkten imstande ist. Zwischenzeitlich kommt…

  • FreiGeist,  FreiGepäck

    NIEDERÖSTERREICH – Koboldstein und Teufelsbett

    Nachdem wir als „Alpensprösslinge“ im Laufe der letzten Wochen bereits zwei andere Großlandschaften – das „Vorland im Südosten“ https://belinda.amplatz.today/freigepaeck/steiermark-auf-den-spuren-der-steirischen-vulkane/ und das „Wiener Becken“ https://belinda.amplatz.today/freigeist/niederoesterreich-geolehrpfad-bad-voeslau/ – in natura erkundet hatten, bildete die Exkursion in das „Granit- und Gneishochland“ den Abschluss unserer geologischen Erkundung Österreichs. Vorrangig bemühten wir uns, die Kinder dahingehend zu sensibilisieren, unterschiedliche naturräumliche Merkmale ihrer Heimat wahrzunehmen. Sollten diese Ausflüge auch noch geeignet gewesen sein, den Theorieanteil der Vorbereitungsarbeiten zur Externistenprüfung aus Geografie für Maja (13) zu verringern, so betrachten wir das als angenehmen Nebeneffekt. Und zweifellos waren all die Studienfahrten auch für uns Erwachsene informativ und lehrreich. Immerhin sagte schon Platon: „Es ist keine Schande, nichts zu wissen,…

  • FreiGepäck

    Samhain – Zugang zur Anderswelt

    Was heute kommerziell ausgeschlachtet wird und weltweit Milliardenumsätze in die Kassen großer Handelskonzerne spült, hat seinen Ursprung im Irland früherer Zeiten. Samhain [ˈsawəɲ] war eines der vier großen irisch-keltischen Feste und wurde lange als Beginn des keltischen Jahres betrachtet. Nach heidnischem Glauben waren an diesem Tag die Tore zur Anderswelt weit geöffnet und die Geister wandelten zwischen dem Reich der Toten und dem der Lebenden hin und her. Große Feuer wurden entzündet, um die Seelen der Toten zu wärmen. Man war davon überzeugt, dass es Schwellenzeiten und Schwellenorte gab, an denen ein Übergang oder eine Verbindung zur jeweils anderen Welt leichter möglich war, was Chancen und Risiken barg. Es wurde…

  • FreiGeist,  FreiGepäck

    NIEDERÖSTERREICH – Burg Heidenreichstein (Wasserburg)

    Höhenburgen sind in unserem Land – vor allem der natürlichen Topographie geschuldet – weiter verbreitet als Niederungsburgen. Dennoch gibt es auch in Österreich die eine oder andere Schönheit aus zweiter Kategorie. Wie ich euch hier schon erzählte https://belinda.amplatz.today/freigeist/kaernten-burg-hochosterwitz-gipfelburg/ fassten wir kürzlich den Familienbeschluss, mit dem Knappen Linus von Amplatz unterschiedliche Arten von Burgen zu bereisen. Zur Zeit sind wir auf Besuch im Waldviertel in Niederösterreich, wo sich die größte mittelalterliche Wasserburg Österreichs befindet: Burg Heidenreichstein. Anfang des 12. Jahrhunderts entstand entlang zweier Fernstraßen nach Böhmen eine Siedlung, die vermutlich nach einem „Heidenreich“ aus der Familie der Burggrafen von Gars, Ministerialen der Babenberger, benannt worden sein dürfte. Der ebenso in dieser…

  • FreiGeist,  FreiGepäck

    KÄRNTEN – Burg Hochosterwitz (Gipfelburg)

    Obwohl wir uns ja aktuell mit dreien unserer vier Kinder im Waldviertel in Niederösterreich befinden, möchte ich euch auf eine klitzekleine Reise durch Zeit und Raum mitnehmen. Begeben wir uns gemeinsam etwa zwei Wochen in die Vergangenheit zurück und denken uns von Amaliendorf nahe der tschechischen Grenze in die Gemeinde St. Georgen am Längsee. Grund für unsere gedankliche Exkursion ist ein Thema, für das sich viele Kinder und Erwachsene gleichermaßen interessieren: „Ritter und Burgen“. Aktuell ist es bei uns vor allem Linus (9), der kaum einen Tag vergehen lässt, an dem er nicht mit Holzschwert und Schild gegen „berittene und unberittene Widersacher“ (also seine Geschwister) kämpft und Bücher über das…

  • FreiGeist,  FreiGepäck

    NIEDERÖSTERREICH – Fossilienwelt Stetten

    In der Nacht auf den 27. Oktober schüttete es wie aus Kübeln. Selbst am Morgen trommelten die Regentropfen noch so laut auf die Fensterscheiben, dass wir die dicken Bettdecken im Halbschlaf über die Köpfe zogen, um von den Geräuschen nicht vollständig aufgeweckt zu werden. Die dicken, grauen Wolken ließen nur wenig Sonnenlicht durch. Man hatte das Gefühl, dass es erst frühmorgens sein konnte, dabei war es schon nach neun. Nachdem wir gefrühstückt und unsere Koffer ins Auto verladen hatten, machten wir uns auf den Weg nach Norden. In Stetten wollten Maja (13), Linus (9) und meine Wenigkeit das Wissen, das wir tags zuvor auf dem Geolehrpfad Bad Vöslau erworben hatten,…

  • FreiBrief,  FreiGepäck

    NIEDERÖSTERREICH – Geld wie Heu

    „Wenn man genug Geld hat, stellt sich der gute Ruf ganz von selbst ein“, bemerkte einst der deutsche Schriftsteller Erich Kästner. Wird man in eine vermögende Familie hineingeboren, spart man sich zudem die mühsame und zeitaufwendige Arbeit des sich Vernetzens, ganz abgesehen von eigener körperlicher Betätigung. Liest man über die verwandtschaftlichen Hintergründe und den Werdegang Richard Schoellers, so drängt sich einem das Bild von der „Butterseite“ auf. Als Kind einer erfolgreichen Industriellenfamilie, die ihr Geld mit Zucker, Bier, dem Bergbau, Papier und Textilien sowie Banken (Schoellerbank) machte, flogen ihm lukrative Geschäfte wohl Zeit seines Lebens zu. Ich bin diesem Mann nichts neidig. Der niederländische Universalgelehrte Erasmus von Rotterdam erkannte schon…

  • FreiGeist,  FreiGepäck

    NIEDERÖSTERREICH – Geolehrpfad Bad Vöslau

    Wer von meinen Lesern, die zumindest über einen Pflichtschulabschluss verfügen, kennt die Namen der fünf Großlandschaften Österreichs? Wer kann erklären, was die Flyschzone ist? Wer erinnert sich noch daran, welche Edelsteine in den Kärntner Alpen zu finden sind? Keiner?*) Geologie wird in der Sekundarstufe behandelt und alles, was Erwachsene später mit diesem Begriff in Zusammenhang bringen, ist: „Steine?“ Zugegeben: Man kann sich ja nicht für alles interessieren. Hie und da lohnt es sich aber meines Erachtens, den Blick über den Tellerrand zu wagen und den Stein im wahrsten Sinn des Wortes ins Rollen zu bringen. *) Ich wusste all das übrigens bis zu meiner ersten Wiederholung gemeinsam mit unserem ältesten…

  • FreiGepäck

    ITALIEN/TOSKANA – LeoNERDo da Vinci

    Mit dem heutigen Tag ist der Herbst endgültig in Österreich angekommen. Frischer Herbstwind mischt sich mit kalten Regentropfen, die Luft riecht nach feuchter Erde und das dumpfe Licht lässt einen seltsam müde werden. Perfektes Wetter also, um euch noch den letzten Bericht unserer Toskana-Rundreise nachzuliefern, bevor die Erinnerung daran allzu sehr verblasst. Während riesige Touristenmassen nach Florenz pilgern, um möglichst innert drei Stunden einem Reiseleiter mit Regenbogenschirm folgend die Uffizien, den Palazzo Vecchio, den Dom und zwanzig weitere Sehenswürdigkeiten abzuklappern, die obligaten Bilder an den vorgesehenen „Foto-Points“ zu schießen und anschließend Wienerschnitzel in einer typisch mediterranen Trattoria zu essen, liegt das kleine Dörfchen Vinci fast vergessen inmitten der hügeligen Landschaft.…