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Geschickt gestickt (oder: „Nach Ostern ist vor Ostern“)

Ich nehme ja an, dass neuerdings eine subtile Ankündigung der frühen Wechseljahre´diese gewisse Form von Demenz bewirkt, die meinen privaten Alltag kennzeichnet. Da werden in letzter Zeit Autoschlüssel verlegt, Geburtstage vergessen oder Kinder im Pyjama zum Ausflug mitgenommen. Zumindest kann da diese hochgradig intellektuell klingende (und vermutlich absolut unwissenschaftliche) Erklärung (Östrogenmangel im Hippocampus) praktischerweise als Ausrede herhalten, wie es zuvor eben das lange Stillen meiner Kinder tat. Das Eingeständnis primitiver Zerstreutheit hat so etwas … Vulgäres. Also lieber lassen. Seid euch einfach gewiss, dass es ganz bestimmt die Hormone waren, die mich in diesem Beitrag ein Oster-Werkstück unseres Drittgeborenen Ende Mai präsentieren lassen.

Ich entführe euch infolgedessen kurzerhand noch einmal in die Ostereier-Reindling-Palmkätzchen-Zeit. Während unser jüngster Spross Merlin (4) begeistert an seinen Osterküken bastelte, war auch Linus (10) nicht untätig.

Er wollte sich am Sticken versuchen, nachdem er registriert hatte, dass wir im Besitz eines Stickrahmens waren und auch kunterbuntes Garn aufzutreiben war.

Unser „Schulkammerl“ hatte ein passendes Buch parat.

Beim Einfädeln benötigte der junge Mann zwar noch Hilfe, beim Sticken selbst stellte er sich aber ganz geschickt an. Vorstich und Rückstich meisterte er ohne weitere Schwierigkeiten und mit viel Spaß an der Sache.

Vorstich
Rückstich
doppelt umschlungener Rückstich

Mutig wählte er aus dem Buch danach den „Pariser Stich“ aus.

Erst beim „Bäumchenstich“ musste Linus das erste Mal ein kurzes Stück wieder auftrennen, weil er sich verzählt hatte. Gegrämt hatte er sich deswegen nicht. Er schnatterte bei seiner „Arbeit“ ununterbrochen dahin und korrigierte die Stellen, bei denen ihm Fehler unterlaufen waren, ohne seine Erzählungen und Geschichten auch nur im Ansatz zu unterbrechen.

Bäumchenstich

Während ich schnell das Abendessen für meine allerliebste Rasselbande zubereitete, hatte Linus auch schon flugs zwei weitere Stiche hinzugefügt, deren Namen ich nicht weiß (und gerade zu bequem bin, um nachzuschlagen).

„Feeeertiiiig, Mamaaaa!“ In diesem Sinne: Frohe Ostern 2025, meine Lieben!

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