FreiHand

Brennnesselknödel

Von vielen unkundigen Gärtnern als Unkraut verpönt, von spielenden Kindern wegen ihrer Brennhaare gemieden, ist die Brennnessel in Wahrheit eine wahre Pflanzengöttin, gleichermaßen Nahrungs- und Färbemittel, Faserlieferantin und Heilerin. Sie beinhaltet viel Vitamin C, Eiweiß und Eisen und gilt als blutreinigend und entgiftend.

Welche Pflanze hätte es mehr verdient, Bestandteil des Muttertagsessens zu sein, als die Brennnessel? So früh im Jahr sind die Triebe und Blätter noch frisch und zart.

Gegen die Gifte Histamin und Ameisensäure, die die Brennnessel über ihre Härchen absondert, soll man angeblich resistent werden können, ich nehme dennoch lieber Gartenhandschuhe, um sie zu ernten. Bevor sie in den Korb wandern, streifen wir sie von unten nach oben ab. Damit brechen schon viele der feinen Härchen ab und man läuft weniger Gefahr, Quaddeln zu bekommen.

Im weiteren Verarbeitungsprozess lasse ich dann aber Handschuhe weg.

Linus (8) wollte unbedingt wieder einmal Brennnesselknödel essen. Das erste Mal hatte er dieses Gericht vor etwa einem Jahr in einem Restaurant am Seisser See auf dem Teller und war damals schon begeistert davon.

Ich nutzte heute kein fremdes Rezept, sondern kochte einfach „frei Schnauze“. Benötigt wurden dabei für 15 Knödel:

ca. 100 g Brennnesselblätter
ca. 500 g Semmelwürfel
ca. 80 g Semmelbrösel
1 Ei
ca. 500 ml Milch
1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
Butter
Parmesan

Zuallererst bereitete ich eine übliche Masse für Semmelknödel vor.

Ich beschloss, die vorbereiteten Brennnesselblätter kurz in Butter anzurösten. Alternativ könnte man sie bestimmt auch blanchieren, ich wollte jedoch die wertvollen Inhaltsstoffe nicht an Kochwasser verschwenden.

Die knusprigen Blätter mussten nur noch in die Semmelknödelmasse gemengt …

… alles gut verknetet und zu gleichmäßigen Knödeln geformt werden. Ich bereite so etwas gerne im Dampfgarer zu.

Die Blütendekoration holte Michael aus dem Garten! Mit brauner Butter und Parmesan war somit unser Muttertagsessen schon fertig! Mahlzeit!

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