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Makramee – Knüpftechnik aus dem Morgenland

Wer kennt nicht die Geschichten von Tausendundeiner Nacht? Macht man die Augen zu, sieht man unweigerlich die Geschichtenerzählerin Scheherazade vor sich, in orientalisch-wallende Kleidung gehüllt und verschleiert, wie sie sich auf kunstvoll geknüpften Teppichen sitzend von einer Nacht in die nächste rettet, indem sie ihre Märchen niemals ganz bis zum Schluss erzählt.

Die Knüpfkunst Makramee (arabisch: migramah) entwickelte sich im Orient anfänglich aus der Weberei, wurde aber bald schon zu einem eigenen Handwerk und dürfte seine Wege vermutlich über Griechenland nach Mitteleuropa gefunden haben. Andere Quellen gehen davon aus, dass die Mauren diese Technik nach Spanien brachten.

Für unsere elfjährige Tochter ist Makramee unweigerlich mit dem Boho-Stil verbunden, wenngleich dieser auch historisch betrachtet ganz andere Ursprünge hat. Da sie gerade Ambitionen hat, ihr Kinder- in ein Jugendzimmer umzugestalten, begaben wir uns auf die Suche nach geeigneten DIY-Projekten.

Beginnen wollten wir wirklich mit einfachen Grundtechniken. Ihr wisst ja: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Bei der Materialbesorgung entschied ich mich daher vorerst für 3mm starkes Seil (3fach gezwirnt), weil ich der Ansicht bin, dass sich diese Stärke am vielfältigsten einsetzen lässt.

Mit den Kindern – Linus (8) wollte es auch probieren – entschieden wir uns für den Anfang für ein einfaches Lesezeichen aus Kreuzknoten (halber Knoten von links und halber Knoten von rechts im Wechsel).

Ich muss ehrlich sein: Für mein Gehirn ist diese Tätigkeit tatsächlich wahnsinnig anstrengend. Nicht nur einmal hatte ich im wahrsten Sinne des Wortes einen Knoten im Kopf. Immer wieder vergaß ich, ob jetzt der rechte oder der linke halbe Knoten an der Reihe war. Kinder haben da wenig überraschend wieder einmal einen viel klareren Blick. So ließ ich mich bereitwillig von Maja retten und befolgte ihren Rat, einfach das Knotenbild zu betrachten. Man würde ja – so ihre Erklärung – eindeutig sehen, wo der nächste kleine Randbogen entstehen solle. Demzufolge müsse der Arbeitsfaden der gegenüberliegenden Seite in die Hand genommen werden.

Die größte Herausforderung für Linus war es, die beiden Trägerfäden beim Festziehen des Knotens straff zu halten. Das besserte sich, als wir diese beiden einfach mit Klebeband fixierten. Zudem war ja seine Schwester immer hilfreich zur Stelle und er schaffte voller Stolz die Fertigstellung seines ersten Makramee-Lesezeichens.

Maja hatte solch eine Freude mit dieser Arbeit, dass gleich drei Lesezeichen am selben Abend entstanden.

Und auch ich als Mama schaffte es, mein Erstlingswerk fertigzustellen. Der Anfang ist gemacht und wir freuen uns auf eine Fortsetzung im Knüpfen!

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