FreiHand

Weihnachten ohne Kaufzwänge V 3.0 – Der E-Gitarren-Kuschelpolster

„Ha! Das ist das Geschenk, auf das ich schon gefühlte fünfzehn Jahre warte!“, waren die Worte unseres vierzehnjährigen Teenagers beim Entfernen des silbernen Geschenkpapiers. Und ich muss zugeben: Die Umsetzung hat tatsächlich gut fünf Jahre gedauert.

Die Idee kam mir ursprünglich, als ich vor einigen Jahren ein Riesen-Kuschel-Einhorn für Maja genäht und überlegt hatte, ob nicht auch der große Bruder Freude an einem Kissen hätte. Laurins damalige musikalische Vorlieben vor Augen reifte der Gedanke in mir, ein Gitarrenkissen zu nähen.

Und diesen Gedanken kramte ich wieder aus den unendlichen Weiten meines vergesslichen Gehirns hervor, als wir beschlossen, in diesem Jahr keine Weihnachtsgeschenke zu kaufen, sondern aus bereits Vorhandenem persönliche Geschenke für die Kinder herzustellen. Lest dazu gerne auch noch einmal den ersten Teil dieser Beitrags-Serie hier: https://belinda.amplatz.today/freibrief/weihnachten-ohne-kaufzwaenge-v-1-0-der-brief/

Um das Besondere noch besonderer zu machen, wählte ich einen ganz besonderen Hauptstoff für das Gitarrenkissen: diejenigen beiden Jeans-Latzhosen, die ich getragen hatte, als ich mit Laurin schwanger war.

Da war ich noch ein paar Jährchen jünger und ein paar Kilogramm leichter (jedes Kind schenkte mir 2-3 kg „Mehrwert“). Mittlerweile – bei abgeschlossener Familienplanung – ist kein Bedarf mehr an Umstands-Latzhosen vorhanden und es fiel mir nicht schwer, das Kleidungsstück einem liebevollen Zweck zu opfern.

Zum Applizieren habe ich eigentlich immer Webware in passenden Farben und Qualitäten vorrätig. Taschen und Träger schnitt ich vorsichtshalber auch noch aus. Irgendwie habe ich im Gefühl, dass mir diese speziellen Stoffreste noch für ein anderes Projekt nützlich sein könnten.

Stoffe für Applikationen verstärke ich immer dementsprechend – besonders spannend ist die Arbeit mit dem Bügeleisen natürlich neben einem neugierigen Kleinkind. Gut, das Wort „spannend“ darf hier als Understatement betrachtet werden. „Aufregend“ ist besser – im wahrsten Sinn des Wortes. Es regt mich auf. Es regt mich sogar wahnsinnig auf. Es regt mich so sehr auf, dass ich überhaupt nicht in Ruhe arbeiten kann, wenn der kleine 2-jährige Zwerg das froschgrüne Kabel meines Bügeleisens genauso spannend findet wie die Holzkonstruktion des Bügeltisches, die zum Klettern einlädt. Irgendwie schaffte ich es dann doch.

Und von da an ging es eigentlich flott voran.

Wie gut, dass vom Hausbau immer noch anderhalb 20-kg-Säcke voller oberösterreichischer Bio-Schafwolle, die wir als Isolationsmaterial für unsere Bodenunterkonstruktion verwendet hatten, im Dachboden vorrätig sind. Damit lassen sich nicht nur Stofftiere, sondern eben auch Kissen hervorragend füllen. Frohe Weihnachten, mein Großer!

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