FreiLand

Morgenspaziergänge …

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“, heißt es doch so schön. Nun, mein 14jähriger Sohn würde stattdessen sagen: „Der frühe Vogel kann mich mal.“ Und doch sitzt auch er nach einem bloß geflüsterten: „Guten Morgen! Kommst mit zum Morgenspaziergang?“ um 06:00 Uhr früh kerzengerade in seinem Bett und ist nach zehn Minuten vollständig angezogen und bereit, mit mir loszuziehen. Montags ist sein Mama-Exklusiv-Morgenspaziergangs-Tag, seine Schwester folgt mittwochs und der nächstjüngere Bruder freitags. Nur der Jüngste wird mit seinen zwei Jahren nicht extra für einen Spaziergang am Morgen geweckt. Der bleibt mit Papa gemeinsam im Träumeland, bis er von ganz allein aufwacht.

Einmal ganz allein mit Mama unterwegs zu sein, ohne Unterbrechung mit ihr zu plaudern, niemals warten zu müssen, bis irgendjemand anderes irgendetwas so lange fertigerzählen muss, bis der eigene Gedanke ungewollt verlorengegangen ist, hat absoluten Seltenheitswert in einer Großfamilie. Das ist der Grund, warum ich die „Morgenspaziergänge“ in den Sommerferien 2021 eingeführt habe.

Da erfahre ich dann allerhand von Minecraft-Mods und Handy-Apps, vom schönsten Pferd auf Erden und Wörtern in Vogelsprache sowie von Baum-Gesichtern und Fantasiewelten aus Lego. Wir bleiben stehen, um Eichhörnchen, Wacholderdrossel, Blindschleiche, Weinbergschnecke oder Weißfleck-Widderchen zu bestaunen und halten inne, um Sauerklee und wilde Himbeeren zu naschen.

Am häufigsten suchen sich die drei Großen den Römerweg in Villach/Warmbad aus. Durch die tief im Stein eingekerbten Wagenspuren der alten Römer fühlen wir uns manchmal um Jahrhunderte in die Vergangenheit zurückversetzt und stellen uns vor, wie es wohl wäre, wenn jetzt ein römischer Handelswagen an uns vorbeipreschen würde.

Ich werde euch in den nächsten Wochen teilhaben lassen an unseren morgendlichen Spaziergängen. Vielleicht bekommt ihr ja Lust, es uns gleichzutun?







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