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Hinter den Kulissen
Vorlesestunden aus guten Büchern mögen nicht nur für den Zuhörer ein Gewinn sein, sondern auch dem Rezitator Vergnügen bereiten. So kommt es, dass dafür bei uns nicht nur Bilderbücher aufgeschlagen werden, sondern auch anspruchsvollere Werke, die dennoch immer ihr kleines Publikum finden. Wissend, dass das Stadttheater Klagenfurt in der Vorweihnachtszeit Michael Endes Klassiker „Momo“ aufführen würde, begann ich im Herbst, aus dem Buch vorzulesen – zur Einstimmung sozusagen, denn die Karten für das Theater hatte ich natürlich frühzeitig besorgt. Am Abend vor der Darbietung gestattete das Theater – unabhängig vom Schauspiel – wieder einmal einen Blick hinter die Kulissen. Vor Jahren war ich bereits einmal mit unserem ältesten Sohn Gast…
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KÄRNTEN – Sternwarte Klagenfurt exklusiv
Wenn ich an die Astronomische Vereinigung Kärntens (AVK) denke, habe ich zuallererst Bilder von zahlreichen Stammtischen im Foyer des Planetariums im Kopf, an denen ich – lange, bevor ich Mutter wurde – regelmäßig teilgenommen hatte. Mit einem guten ED-Fernglas, drehbarer Sternkarte, Schlafsack und dampfendem Tee in der Thermoskanne ausgestattet, verbrachte ich überdies mehr als nur eine kalte, klare Winternacht mit der Beobachtung des Sternenhimmels. AVK-Mitglied bin ich nach wie vor, allerdings hat der Verein nichts mehr mit dem Planetarium zu tun, sondern betreibt ausschließlich die Sternwarte am Klagenfurter Kreuzbergl sowie jene auf der Gerlitzen. Die Stammtische haben sich in der Zwischenzeit ins Schweizerhaus verlagert. Und meine Pläne, einen Refraktor in…
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Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer
Ich muss gestehen: Zeitgeschichte interessierte mich viel zu lange überhaupt nicht. Nachdem ich Ende der 90er Jahre maturiert und mit meinem Mann in jungen Jahren unser Unternehmengegründet hatte, war ich ganz zufrieden damit, über die hohe Steuerbelastung und die eine oder andere soziale Ungerechtigkeit zwar zu meckern, mich aber dennoch vom Staat beherrschen undausnehmen zu lassen. Das gesellschaftlich anerkannte „Wås soll ma denn schon groß måch’n?“, das mich in meiner ganzen Jugend seitens meiner Verwandtschaft begleitet hatte, war – gepaart mit der kärntnerischen Bequemlichkeit – in meinem Kopf dermaßen verfestigt, das ich politisches Hinterfragen (oder gar Aufmucken) als nicht lohnende Mühsal empfand. Mein Mann tickte da immer schon anders. Brennend…